Forschungsschwerpunkte der Würzburger Indogermanistik liegen auf den Gebieten Phonologie, Morphologie, Syntax und Lexikologie der indogermanischen Einzelsprachen, vor allem des Altindischen, Altiranischen, Griechischen, Lateinischen, Germanischen, Hethitischen, Armenischen, Keltischen sowie der gemeinsamen Grundsprache; Theorien der Allgemeinen Sprachwissenschaft, vor allem über Syntax, Sprachtypologie, Sprachwandel, grammatische Kategorien. Internationales Projekt "Indogermanische Syntax"Eine Forschungsgruppe hat unter der Leitung von Prof.Dr. Oswald Panagl (Univ.Salzburg), Prof.Dr. José Luis García Ramón (Univ.Madrid/Köln) und Prof.Dr. Heinrich Hettrich (Univ.Würzburg) die Arbeit an einer Darstellung der indogermanischen Syntax aufgenommen. Diese Syntax soll in mehreren Bänden innerhalb der "Indogermanischen Grammatik" erscheinen. Prof. Hettrich bearbeitet den von der DFG geförderten Bereich "Indogermanische Kasussyntax". Als Vorarbeiten dazu werden zur Zeit die Kasussyntax des rigvedischen Sanskrit (hier zugänglich als pdf-Datei) (Prof. Hettrich), des Hethitischen (Prof. Nowicki) und des homerischen Griechisch (Dr. Conti, Madrid) neu erarbeitet.
Projekt: "Die Funktion und Entwicklung von Lokalpartikeln im Vedischen"In der Indogermanistik gilt es als weitgehend gesicherte Erkenntnis, daß Präverbien und Adpositionen der Einzelsprachen sich aus einer Klasse voreinzelsprachlicher selbständiger Adverbien (Lokalpartikeln - LP - genannt) entwickelt haben. Für die Verben ist dies in den frühesten Phasen der Einzelsprachen (Hethitisch, Vedisch, Altavestisch, homerisches Griechisch) daran zu erkennen, daß vielfach eine - semantische ebenso wie formale - Univerbierung von LP und Verb noch nicht erfolgt ist, so daß vielfach noch nicht von Präverbien im eigentlichen Sinn gesprochen werden kann. Desweiteren können viele dieser nachmaligen Adpositionen in diesen frühen Sprachstadien noch als selbständige Adverbien, ohne feste Zuordnung zu einem Nomen oder Verb, gebraucht werden.Bisher fehlt eine umfassende Untersuchung, die die Tragweite dieser Thesen für die indogermanische Grundsprache sowie die vorauszusetzenden Entwicklungen hin zu den ältesten Einzelsprachen untersucht. Dies soll durch das Projekt für die Sprache des Rgveda geschehen. Es zeichnen sich bereits erste Ergebnisse ab, wonach einerseits die LPs an einem großen Teil ihrer Belege in der Tat noch als selbständige Adverbien zu verstehen sind, die - soweit sie ein Bezugsnomen haben - dieses nicht wie später regieren, sondern lediglich als Attribut oder Apposition modifizieren und - soweit sie syntaktisch enger zu einem Verb gehören - mit diesem vielfach weder semantisch noch formal verschmolzen sind. Allerdings scheint dieser Regelfall für die verschiedenen vedischen LPs in einem sehr unterschiedlichen Ausmaß zu gelten, und es stehen Fälle daneben, die auf einer gestuften Übergangsskala von adverbialer LP bis zur voll ausgebildeten Adposition schon näher an diesem letzteren Pol stehen. Das Projekt strebt in diesen Punkten eine grundsätzliche und auch eine Detailklärung für die Sprache des RV an, die dann eine wesentliche Voraussetzung für eine verläßliche Rekonstruktion des uridg. Sprachzustandes sein wird. ![]() |
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